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27.02.2023

Mündenerinnen und Mündener setzten ein Zeichen gegen den Ukraine-Krieg

Etwa 120 Menschen nahmen an der Solidaritätskundgebung des Rock for Tolerance e.V. teil

27.02.2023

Blau und Gelb – das waren die Farben des Abends: Am vergangenen Freitag verfolgten etwa 120 Menschen die Wortbeiträge der Solidaritätskundgebung auf dem Rathausvorplatz. Der Verein Rock for Tolerance hatte die Veranstaltung auf die Beine gestellt, um ein Zeichen gegen den nun seit einem Jahr tobenden Krieg in der Ukraine zu setzen. Das Rathaus wurde dazu in die ukrainischen Landesfarben getaucht und die Ballettschule Udo Wandtke hatte mit Kindern des Mitmachzirkus‘ ukrainische Tänze einstudiert, die zur Aufführung kamen.

Zu hören waren mehrere Beiträge, u.a. von Bürgermeister Tobias Dannenberg, dem Landtagsabgeordneten Michael Lühmann (Grüne) sowie den Ratsfrauen Gudrun Surup (SPD), Angelika Deutsch (CDU) und Manuela Gantzer (Bürgerforum), die sich bestürzt zeigten über die kriegerischen Handlungen. Die Ukrainerin Anna Perevertailo, die seit sechs Jahren in Hann. Münden lebt und als Dolmetscherin u.a. den Willkommenstreff unterstützt, sprach ihren Landsleuten Mut zu.

Stadtarchivar Stefan Schäfer skizzierte in Kürze den Hergang des Konflikts. Zwei Dinge habe er maßgeblich unterschätzt. Zum einen, dass Russlands Präsident Wladimir Putin die Ukraine tatsächlich angreifen würde und zum anderen, dass sich die Ukraine als vermeintlich leichter Gegner schnell geschlagen geben würde. Es kam anders, aber damit auch viel Leid über die Menschen der beiden miteinander im Krieg stehenden Länder, denn auch auf Seiten Russlands sind jeden Tag mehr und mehr Opfer zu beklagen. Putin, so Schäfer, bediene sich bei seinem aggressiven Vorgehen der Propaganda als Werkzeug, um das eigene Volk gezielt mit falschen Darstellungen zu blenden. Dies stehe im Widerspruch zu grundlegenden demokratischen Werten und sei typisch für diese Art der Kriegsführung: „Machtbesessenheit frisst Moral!“

Tobias Dannenberg stellte die klare Botschaft der Kundgebung heraus: „An alle Ukrainerinnen und Ukrainer: Wir stehen an Eurer Seite!“ Seit Kriegsbeginn haben 3.200 vor dem Konflikt Geflüchtete im Landkreis Göttingen Zuflucht gesucht. Davon leben aktuell 260 in Hann. Münden, der Großteil in der Kernstadt, 80 Kinder und Jugendliche besuchen Kindergärten oder Schulen. Der Bürgermeister erinnerte hinsichtlich des Krieges auch an das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte und mahnte, dass mit dem Ukraine-Krieg auch der Frieden in Europa gefährdet sei, den man in den vergangenen Jahrzehnten mühsam aufgebaut und erhalten habe.

Marco Hepe, der die Solidaritätsbekundung eröffnet hatte, beschrieb im Verlauf des Abends auch das soziale Engagement des Rock for Tolerance e.V. als zweiter Vorsitzender. Über 23.000 Euro habe man seit Beginn des Ukraine Krieges gesammelt und damit Angebote von Geflüchteten oder Transporte von Hilfsgütern finanziell unterstützt. Um weiter helfen zu können, bat er im Namen des organisierenden Vereins um weitere Spenden, um die Betroffenen zu unterstützen. Rund 800 Euro kamen auf diese Weise zusammen.

Autor/in: M. Simon / Pressestelle Hann. Münden

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